Philosophie

Der Jazzpianist sieht sich als Forschernatur und Querdenker, arbeitet gerne innovativ, und verwendet selten reine Plagiate.
„Wenn es galt Neuland zu erkunden war ich immer unter den Pionieren und Vorreitern. Manches davon ist heute Standard geworden.“

Barjazzpianist in Aktion

Das amerikanische Jazz-Mutterland bescheinigt ihm:

Mathias Claus always creates new frontiers in music with his extensive variety of styles that are able to cover almost any genre.

Review Perfect Caravan

Die Projekte des Pianisten folgen ganz der Idee kreativen Umgangs mit dem Medium Jazz. „Ich hätte wenige Ideen, so sehr das auch Spaß macht, was ich nach den erschöpfenden Klaviertrios von Peterson, Evans, Jarrett und E.S.T in dieser Besetzung noch Neues zu sagen hätte, wobei ich das gerne denjenigen überlasse, die diese Ideen haben. Ich denke Interessantes und Neues im Jazz kann man auf jeden Fall kreieren wenn man einfach vom alten Plagiatsdenken Abstand nimmt. Jeder historische Musikstil erneuerte sich durch die simple Verlagerung oder neue Kombination der Schwerpunkte ihrer Parametergestaltung. Das Neue entsteht nur dadurch, solche Veränderungen zuzulassen und zu wollen. Musik ist wie ein Mischpult begrenzter Parameterfader, deren Kombinationsmöglichkeiten wir noch lange nicht ausgeschöpft haben."

So startete der Pianist gezielt immer wieder neue profilierte Projekte mit im Jazz wenig genutzten Besetzungen, definierte vor allem die Funktion der Rhythmusgruppe pianistisch neu. "Im Laufe meiner Studien, speziell in USA, habe ich gelernt, welch eingeschränkte Jazzpraxis in der Jazzpädagogik der 70/80er Jahre herangezüchtet wurde, Pianisten die ohne ihre Band spielunfähig waren - Amerikaner würden sich das nie leisten. Ich habe dies auch mithilfe harter klassischer Studien gelernt und umgesetzt, und nehme heute jede pianistische Aufgabe an, vor allem solistisch." Auf dieser Basis entstanden durchweg erfolgreiche Events wie seine virtuosen Instrumentalduos mit Nils Wogram, "Stories & Story of Swinging Jazz", "Jazz Kabarett", "Jazz & Art", "Souljazz", "Jazzpiano & Percussion Extravaganza", "Renaissance & Jazz", und vor allem seine Initiativen, das Solo Piano Genre in Deutschland zu beleben. Noch nicht genug neue Pötte im Jazz aufgetan ? „A never ending story für mich“ sagt der Pianist.

Zur Situation des Jazz kann der Musiker letztlich wenig Depressives beitragen. "Man ist so tot oder lebendig wie man sich fühlt. Kreativität ist nicht endlich, und birgt an sich kein Ende in sich. Man muss einfach Abstand nehmen vom reinen Plagiatsdenken im Jazz. Gewisse Stilistiken haben sich einfach klassisch fixiert und sind bedingt durch entfallene Vorraussetzungen ihrer eigenen Zeit Geschichte geworden. Es wäre sinnlos etwa zu versuchen Stride Piano noch spielen zu wollen wie einst Art Tatum, denn so kann man nur spielen wenn man sein Leben lang von morgens bis abends nichts anderes macht. Damals war das so, es war DER Pianostil seiner Zeit, ja man konnte sogar davon leben. Diese Voraussetzungen gibt es nicht mehr, schon gar nicht in Europa. Daher wird es einen zweiten Art Tatum nie mehr geben. Das entspricht der Philosophie, Jazzstile als eine Reihung von Personalstilen zu sehen, die Ausdruck ihrer Zeit waren, und oft mit der Person endeten. Der Jazz der Zukunft liegt also möglicherweiswe im Bereich kreativen Denkens.

Ein renommierter amerikanischer Jazzmusiker wurde einmal gefragt, was denn Jazz sei. Er antwortete nach einigem Nachdenken: "Well its quite simple, there are 12 tones, and any tone can follow any tone." Nun so, ohne Beschäftigung mit historischen Modellen, kann man Jazz sicher nicht lernen. Aber im Endeffekt beschreibt es diese Freiheit der Kreativität, die den Jazz eher symbolisiert als etwa ein zwingend vorgeschriebenes swingendes Element. Geniale Köpfe hatten immer diese visionäre Sicht, sich entgegen Kleindenkerei über existente Erscheinungsfomen hinwegdenken zu können. Aus dem Selbstverständnis der Städtischen Musikschule Braunschweig sei Gustav Mahler zitiert:

Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.

Gustav Mahler

Ein wunderbares Wort eines großen Geistes dem nichts hinzuzufügen ist.